FAQ – Häufige Fragen zum Borieren
Wie unterscheidet sich Borieren vom Nitrieren?
Während beim Nitrieren Stickstoff eindiffundiert, nutzt das Borieren Boratome. Die resultierende Oberflächenhärte beim Borieren ist mit bis zu 2.800 HV deutlich höher als beim Nitrieren (bis zu 1.100 HV). Dies bietet einen überlegenen Verschleißschutz gegen Abrasion.
Welchen Einfluss hat der Kohlenstoff auf die Boridschicht?
Ein hoher Gehalt an Kohlenstoff im Substratwerkstoff bremst die Diffusionsgeschwindigkeit. Bei kohlenstoffreichen Stählen werden daher tendenziell geringere Schichtdicken bei gleicher Behandlungszeit erreicht als bei kohlenstoffarmen Stählen.
Ist Borieren maßhaltig?
Da es sich um ein Diffusionsverfahren handelt, kommt es zu einer maßlichen Änderung (Wachstum) von etwa 20-25 % der Schichtdicke pro Seite. Dies muss in der Konstruktionsphase bei der Toleranzrechnung berücksichtigt werden.
Bietet Borieren auch einen verbesserten Korrosionserhalt?
Ja, das Korrosionsverhalten gegenüber nichtoxidierenden Säuren (wie HCl) und alkalischen Medien wird deutlich verbessert. Für maximalen Schutz sollte jedoch die chemische Beständigkeit des Grundwerkstoffs einbezogen werden.