FAQ: Häufige Fragen zu Edelstahl für Lebensmittel
Welches Material ist lebensmittelrechtlich unbedenklich?
Vorrangig werden austenitische Edelstahlsorten eingesetzt. Sie sind lebensmittelecht und bieten eine hohe Resistenz gegen Korrosion. Martensitische Stähle werden aufgrund ihrer höheren Grundhärte oft für Besteckset-Anwendungen oder Schneidwerkzeuge genutzt.
Warum ist Korrosionsbeständigkeit in der Lebensmittelindustrie so wichtig?
Korrosion kann Partikel in den Produktstrom abgeben. Eine intakte Chrom-Oxidschicht schützt das Metallgefüge und verhindert die Verunreinigung der Lebensmittel.
Welche Rolle spielt die Legierung bei Wasserleitungen?
Bei Wasserleitungen und im Geländerbau kommt oft AISI 304 zum Einsatz. Sobald jedoch Chloridionen oder Reinigungsmittel im Spiel sind, ist der Einsatz von V4A Edelstahl mit höherem Chromanteil und Molybdänzusatz ratsam.
Ist das BORINOX®-Verfahren sicher bei der Verwendung von Reinigungsmitteln (CIP/SIP)?
Ja, absolut. Da die Korrosionsbeständigkeit der austenitischen Stähle voll erhalten bleibt, sind behandelte Komponenten resistent gegen gängige CIP-Medien (Cleaning-in-Place) und SIP-Prozesse (Sterilization-in-Place). Die gehärtete Oberfläche verhindert zudem Mikrokratzer durch Reinigungsbürsten, in denen sich Bakterien festsetzen können.
Wie reagiert der gehärtete Edelstahl auf starke Temperaturschwankungen?
Die erzeugte Diffusionszone ist thermisch sehr stabil und unempfindlich gegenüber den typischen Temperaturwechseln in der Lebensmittelverarbeitung (z. B. Heißabfüllung oder Schockfrostung). Es besteht kein Risiko von Rissbildungen oder Delaminationen, da die thermischen Ausdehnungskoeffizienten von Randzone und Kernmaterial optimal aufeinander abgestimmt sind.